Die Ausgangslage vor dem letzten Qualifikationsspieltag war an Spannung kaum zu überbieten. Der Glarner EC und der SC Weinfelden lagen gleichauf und duellierten sich im Fernduell um den direkten Klassenerhalt. Während Weinfelden auswärts bei Schlusslicht HC Eisbären St. Gallen antreten durfte, musste der Glarner EC beim formstarken EHC Lenzerheide-Valbella bestehen.
Albtraum in Lenzerheide – Hoffnungen früh zerschlagen Doch die Hoffnung auf den direkten Ligaerhalt erfüllte sich nicht. In Lenzerheide setzte es für die Glarner eine deutliche 2:6-Auswärtsniederlage ab. Bereits nach zwei Dritteln lag das Team mit 0:5 zurück, ehe in der Schlussphase Moritz Kellenberger und Nic Luchsinger noch Resultatkosmetik betrieben. Parallel dazu gewann der SC Weinfelden erwartungsgemäss mit 3:0 in St. Gallen. Damit stand fest: Selbst ein Sieg hätte, aufgrund der zwei Niederlagen in den Direktduellen gegen die Weinfelder, dem Glarner EC nicht zur direkten Qualifikation gereicht.
Starker Saisonverlauf ohne Happy End
Besonders bitter: Über weite Strecken der Saison hatte der Glarner EC über den Erwartungen gespielt und einige überraschende Siege gefeiert. Der Saisonendspurt mit drei Niederlagen in Serie machte diese gute Ausgangslage jedoch zunichte. Vor allem am 14. und 15. Spieltag wäre mit etwas mehr Effizienz durchaus Zählbares möglich gewesen.
Fehlende Kaderbreite als Knackpunkt
Ein strukturelles Problem zeigte sich in der Kaderbreite. Zwar standen mit U21-Talent Moritz Kellenberger (11 Tore, 21 Punkte) und Captain Jeret Anderegg (14 Tore, 20 Punkte) gleich zwei Spieler in den Top Ten der Liga-Scorerliste, doch zusammen erzielten sie rund die Hälfte aller erzielten Tore – ein Ungleichgewicht, das sich im Verlauf der Saison deutlich bemerkbar machte.
Alles oder nichts gegen St. Gallen – jetzt beginnt der Abstiegskrimi
Nun geht es für den Glarner EC in die Abstiegsrunde gegen die HC Eisbären St. Gallen. Gespielt wird im Best-of-Five-Modus: Wer zuerst drei Siege einfährt, sichert sich den Klassenerhalt. Für die Glarner ist das Ziel klar – die Entscheidung soll bereits in dieser Serie fallen. Denn bei einer Niederlage würde eine finale Abstiegsrunde gegen den Verlierer der Ostschweizer Gruppe 2 drohen. Entsprechend gross ist der Druck, aber auch die Motivation. Jetzt zählt jeder Zweikampf, jeder Block und jedes Tor – der Glarner EC will den Ligaerhalt sichern und eine weitere Entscheidungsrunde möglichst verhindern.
Marco Zehnder