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Beiträge zur 1. Mannschaft

Lernresistent aber kampfbereit und erfolgreich

Am Sonntag traten die Glarner Eishockeyaner zum Rückspiel gegen die Crocodile Flyers aus Weinfelden an. Man wollte sich für die knappe Niederlage im ersten Saisonspiel revanchieren. Mit viel Selbstvertrauen aus dem deutlichen Heimsieg stellte man sich dieser Aufgabe.

Von Fabio Lutz

Zuerst etwas aus eigener Sache. Erstens: Captain Dominique Müller war trotz seines verfrühten Abgangs im letzten Spiel nicht gesperrt. Zum Glück ist der voreilige Verdacht des Chronisten nicht eingetreten. Zweitens: Daniel Moreno hat im letzten Spiel KEINEN Hattrick erzielt. Das Zählen gehört nicht zu meinen Stärken und bei 12 Toren kommt meine Dyskalkulie ab und an zum Vorschein. Ich möchte mich hier für jegliche schlechte Recherche, allfällige Fehlinformation und Polemik entschuldigen. Drittens: Die vielen Strafen gegen den Glarner EC werden mit einem internen Strafenkatalog sanktioniert. Entweder ist man lernresistent oder man plant üppige Teamferien auf Bora-Bora oder so.

Nun aber zum Spiel. Nach exakt 24 Sekunden spedierte Daniel Moreno das Spielgerät auf die Tribüne und wanderte dafür raus. Er hatte wohl jemandem auf der Tribüne einen Puck versprochen. Die Thurgauer kamen so früh zu einer Überzahl und tauchten gefährlich vor dem Glarner Tor auf. Mit guter Verteidigungsarbeit gelang es aber, die brenzligen Situationen zu meistern. Man fand im Anschluss besser ins Spiel. Nach zehn Minuten stocherte Jungspund Tim Büttiker so lange nach, bis der Puck im Tor der fliegenden Krokodile lag. Blöderweise hatte der Torhüter die Scheibe blockiert. Dem Gegner gefiels nicht, Büttiker gewann das «Tete-a-Tete» mit einem Thurgauer und der Schiri annullierte den Treffer. Gleich im Anschluss jubelten die Gastgeber. Ein unglückliches Eigentor vom sonst solide spielenden GEC-Keeper liess die Hausherren jubeln. Mit dem 1:0-Rückstand ging man in die Pause.

Der Beginn ins Mitteldrittel war wenig berauschend. Es schlichen sich viele Fehler und Unkonzentriertheiten ein. Einen solchen nutzten die Thurgauer und bauten Ihre Führung auf 2:0 aus. In solchen Spielen folgte oft ein kollektives Auseinanderbrechen. Heute aber war es ein Weckruf. In der 30. Minute traf Daniel Moreno, in Überzahl, nach der Tribüne auch das Tor zum Anschluss. In der 37. netzte Gilles Kessler, ebenfalls in Überzahl, zum Ausgleich ein. Kommen wir zurück zum unsäglichen Thema Strafen. Joel Küttel fasste kurz vor Drittelsende eine solche. Eine «Nettigkeit» in Richtung Unparteiischer verlängerte Küttels Aufenthalt in der Kühlbox um weitere zwei Minuten. In Weinfelden erhielt der Kaltbrunner allerdings keine Wolldecke. Man wehrte sich also wieder einmal zu viert gegen einen neuerlichen Rückstand. Nach 40 Minuten stand es 2:2.

Im letzten Drittel kam man besser aus den Startlöchern. Küttel kam wieder zurück, der GEC durfte in Überzahl spielen und Topscorer Jeret Anderegg schoss die Gäste ein erstes Mal in Front. Leider hielt diese nur zwei Minuten, dann glichen die Crocodile Flyers aus. Für die letzten 15 Minuten war Spannung vorprogrammiert. In der 52. Minute tankte sich Philipp Hensler unwiderstehlich durch, bediente vor dem Tor den aufgerückten Michael Mettler, welcher zum vierten Treffer einnetzte. In den letzten Minuten glich das Spiel einer Abwehrschlacht. Daniel Moreno schoss noch einmal eine Scheibe auf die Tribüne und erschwerte damit denn Schlussgang für seine Farben. Wieso Moreno die Tribüne mit Pucks fütterte, konnte im Anschluss nicht restlos geklärt werden. Er war selbst ratlos und kommentierte seine Aussetzer mit «Das isch mer imfall noch niä passiert. Ich bin untröschtlich!» Den Zuschauern wird bald neben einer obligatorischen Schutzmaske auch ein Helm mit Vollvisier empfohlen, wenn Moreno sein Korn nicht sauber eingestellt hat. Die Glarner kämpften, rackerten und warfen sich heroisch in die Schüsse. So konnte mit vereinten Kräften ein wichtiger Sieg nach 60 Minuten gefeiert werden.

Der zweite Sieg in Folge ist Tatsache, die Revanche geglückt, das Krokodil vom Himmel geholt (Es fliegt ja…). Gegen einen guten Gegner konnte man dank einer starken Kollektivleistung punkten. Trotz vielen Strafen erhielt man kein Tor in Unterzahl. Auf der anderen Seite erzielte man alle Treffer in Überzahl. Neben der kompakten Mannschaftsleistung bilden die «Special-Teams» momentan eine Stärke des Glarner EC. Zur angesprochenen Lernresistenz: Mit 135 erhaltenen Strafminuten belegen die Glarner in dieser Disziplin den unangefochtenen Spitzenplatz. Zum Vergleich: Der EHC Uzwil hat mit 64 Minuten am zweitmeisten ausgesprochene Strafen erhalten. Hier ist also, dem guten Unterzahlspiel in Ehren, Handlung gefordert. «Player of the match» Philipp Hensler hob die Mannschaft nach dem Spiel in den Vordergrund: «Wir haben uns nach dem 2:0 zurückgekämpft. Unser Schlussmann hielt uns in einer schwierigen Phase im Spiel und jeder hat seinen Job gemacht. So konnten wir am Ende als Team gewinnen. Die Strafen sollten wir reduzieren. Sie bringen uns immer wieder aus dem Konzept.» Laut Hensler sei auch der Teamspirit ausschlaggebend: «Wir haben eine super Moral. Neben und auf dem Feld sind wir eine Einheit. Jetzt müssen wir hart weiterarbeiten und den Schwung in die nächsten Spiele mitnehmen.» Am kommenden Wochenende haben die Glarner kein Spiel. Das nächste folgt am 31. Oktober in der GLKB-Arena. Zu Gast ist der EHC St. Gallen. Gegen die Ostschweizer strebt man den dritten Sieg in Serie an und freut sich auf zahlreiche Unterstützung. Hoffen wir, dass die Situation um den Virus ein solches zulässt. Hier sind wir alle gefordert, damit die Spiele weitergehen.


EHC Crocodile Flyers : GEC 3:4 (1:0, 1:2, 1:2)
Güttingersreuti, Weinfelden – 66 Zuschauer. – SR Kellenberger, Rentsch.
Tore: 12. P. Rutishauser 1:0. 27. Bischoff (P. Rutishauser) 2:0. 30. Moreno (Ausschluss Kessler, Widmer, Graber) 2:1. 37. Kessler (Hensler, M. Mettler; Strafe gegen CrocodileFlyers angezeigt) 2:2. 44. Je Anderegg (Ausschluss Widmer) 2:3. 46. S. Rutishauser 3:3. 52. M. Mettler (Hensler; Ausschluss Ambrosetti) 3:4.
Best-Player: Philipp Hensler
Strafen: Glarus 11×2 Minuten, EHC Crocodile Flyers 6×2 Minuten.
Glarus: Lutz, Blöchlinger; Ciprian, Küttel; M. Mettler, Schönfelder; Müller, Wirth; Büttiker, Je. Anderegg; Largo, Jo. Anderegg; Kessler, N. Luchsinger, Kubli, N. Wieser; Hensler, Moreno.
Bemerkungen: Glarus ohne Blumer, Zimmermann (beide Armeedienst), S. Lutz, D. Mettler,Mächler (alle verletzt) J. Luchsinger und Ragnolini (mit Junioren).


Nächstes Spiel
Glarner EC : EHC St. Gallen
Sa. 
31. Oktober, 20 Uhr, GLKB-Arena 

Hochzeitsfeier und Torfestival

Es gab viel zu Feiern vergangene Woche. Am Samstag fand die Saisonpremiere in der GLKB-Arena statt. Vor grossem Anhang überzeugte der GEC mit einem Torfestival.

Von Fabio Lutz

Bereits am Freitag standen die Cracks der ersten Mannschaft im Einsatz. Center Pascal Kubli kam unter die Haube und man erschien zum Spalierstehen und Apéro. Man war schon am Freitag bis in die Haarspitzen motiviert für die tags darauffolgende Premiere im GLKB-Eispalast. An dieser Stelle wünschen wir Kubli und seiner Angetrauten nur das Beste für die gemeinsame Zukunft.

GEC-Center Pascal Kubli kam unter die Haube.
GEC-Center Pascal Kubli kam unter die Haube.

Da die beiden frisch Vermählten Ihre Flitterwochen im Zigerschlitz verbringen (Isch ja au würkli dä schönscht Ort… Oder doch weg Corona?), war auch er mit von der Partie. Mit 17 Spielern stellte man sich dem Duell gegen den SC Herisau. Gegen die Appenzeller verlor man vergangene Saison beide Direktvergleiche. Trotz verschärfter Corona-Auflagen (schweizweite Maskenpflicht in Eishallen) fanden rund 150 Zuschauer den Weg in die Glarner Heimstätte. Das sind mehr als bei einigen Swiss-League Vereinen aus der zweithöchsten Spielklasse.

Der regelmässige Leser mag sich an die Worte von Jungspund Gilles Kessler nach der Partie gegen Flims erinnern (Weniger Strafen und so). Um es vorneweg zu nehmen: Seine Teamkameraden haben entweder den letzten Bericht nicht gelesen oder Kesslers Aussagekraft ist ziemlich limitiert (Der Chronist möchte dazu keine Stellung beziehen). Auf jeden Fall spielte man gleich zu Beginn in Unterzahl. Die Gäste fanden deshalb etwas besser in die Partie. In der fünften Minute entwischte aber Daniel Moreno und netzte zur Führung ein. Keine Zeigerumdrehung später erhöhte Jeret Anderegg auf 2:0. Die Reaktion der Appenzeller folgte postwendend: Ein Glarner Fehler im Spielaufbau (Der Name des Schuldigen ist mir soeben entfallen) ermöglichte den sofortigen Anschlusstreffer. Alle diese drei Treffer verfolgte Michael Mettler von der Strafbank aus. Der GEC übernahm in der Folge das Spieldiktat. Remo Largo erhöhte wieder nur kurz darauf auf 3:1. Dann kam der grosse Auftritt vom «Bomber von Glarus»: Jeret Anderegg stellte mit zwei weiteren persönlichen Treffern auf 5:1 und erzielte einen lupenreinen Hattrick. Der letzte Treffer erzielte er ebenfalls in Unterzahl. Mit dem 5:1 ging es in die erste Pause.

Goalie Lutz hob in der Pause den Mahnfinger ob der Strafen seiner Vorderleute. Er merkte aber, dass man heute die Tore auch zu viert erzielt und er besser einmal nichts sagt (Seine Aussagekraft wäre aber in diesem Zusammenhang definitiv limitiert).

Das zweite Drittel bot Spektakel pur. Zuerst wanderte Tim Büttiker für 2+10 Minuten in die Kühlbox. Wieder komplett erzielten Jan Luchsinger und Gilles Kessler die Tore sechs und sieben. Dann gönnte sich Martin Ciprian ebenfalls 2+10 Minuten Auszeit. Wieder zu fünft buchte Remo Largo die achte Kiste. Captain Dominique Müller ging noch einen Schritt weiter und fasste kurz vor der Pausensirene eine 5 Minutenstrafe plus Restausschluss. Böse Zungen behaupten, Müller wollte noch warmes Wasser beim Duschen. Pech der Geschichte: Müller darf das nächste Spiel zuschauen. Noch während dieser Unterzahl stellte wieder einmal JeretAnderegg auf 9:1. Dies war der Stand nach zwei Dritteln.

Der Match war entschieden aber noch nicht fertig. Die Glarner kannten heute kein Pardon und waren schlechte Gastgeber. Geschenke verteilt wurden keine mehr, dafür weiter geskort:Daniel Moreno (erneut in Unterzahl) und Remo Largo komplettierten ebenfalls ihr Hattrick. Der Chronist würde die teils sehenswerten Treffer gerne etwas näher ausführen. Bei zwölf Treffern würde dies aber erstens den textlichen Rahmen sprengen und zweitens mag er sich gar nicht mehr an alle erinnern (Das mit dem fortschreitenden Alter hatten wir schon; Anm.letzter Bericht gegen Flims). Den Schlusspunkt setzte Joel Küttel in der 58. Minute mit dem 12:1. Der Sieg wurde gefeiert und war Balsam für die letzten zwei knapp verlorenen Partien.Es war der Abend der Spendierlaune – Hatte man doch mit einem «Stängeli», drei Hattrick-Schützen und einem frisch Verheirateten einige Gönner am Tisch.

Somit holte der Glarner EC den ersten Dreier. Angespornt von den vielen Zuschauern spielten sich unsere Jungs in einen regelrechten Torrausch. Auch wenn man heute überzeugte und einen Kantersieg landete, tut man gut daran in Zukunft weniger Strafen zu nehmen. SechsTore in Unterzahl sprechen eine klare Sprache und entsprechen sicher nicht dem Normalfall. Es ist nun wichtig, das Resultat richtig zu werten und das Selbstvertrauen für die kommenden Spiele mitzunehmen. Topscorer Robert Lewandowski, sorry, Jeret Anderegg sah es ähnlich: «Der Sieg tat gut. Wir haben gut zusammengespielt und müssen den Schwung mitnehmen. Es war schade, dass wir nach dem 5:1 etwas unser System vernachlässigten. Am nächsten Sonntag wird es ein anderes Spiel geben. Mit den Crocodile Flyers haben wir eine Rechnung offen und ich bin überzeugt, dass wir uns seit dem ersten Spiel gesteigert haben. Wir wollen uns für die Startniederlage revanchieren.». Am nächsten Sonntag kommt es zum Rückspiel gegen die angesprochenen Crocodile Flyers in Weinfelden.


GEC : SC Herisau 12:1 (5:1, 4:0, 3:0)
GLKB-Arena, Glarus – 149 Zuschauer. – SR Leitold, Hagen.
Tore: 5. Moreno (Ausschluss M. Mettler) 1:0. 6. Je. Anderegg (Moreno; Ausschluss M. Mettler) 2:0. 6. Aerni (Bollhalder; Ausschluss M. Mettler) 2:1. 7. Largo (Hensler, M. Mettler) 3:1. 11. Je Anderegg (Kessler, Müller) 4:1. 19. Je. Anderegg (Moreno; Ausschluss Largo) 5:1. 28. J. Luchsinger (Je. Anderegg) 6:1. 31. Kessler (Hensler, Moreno; Ausschluss Nikolaidis) 7:1. 38. Largo (Jo. Anderegg, M. Mettler) 8:1. 40. Je. Anderegg (Moreno, M. Mettler; Ausschluss Müller) 9:1. 41. Moreno (Je. Anderegg; Ausschluss Müller) 10:1. 52. Largo (Hensler, Kubli) 11:1. 58. Küttel (Kessler, M. Mettler; Ausschlüsse Ciprian, Bollhalder) 12:1.
Strafen: Glarus 7×2 Minuten + 2×10 Minuten (Büttiker, Ciprian) + 5 + Spieldauer (Müller), SC Herisau 4×2 Minuten.
Glarus: Lutz, Blöchlinger; Ciprian, Küttel; M. Mettler, Schönfelder; Müller, Wirth; Büttiker, Je. Anderegg; Largo, Jo. Anderegg; Kessler, N. Luchsinger, Kubli, J. Luchsinger; Hensler, Moreno; Ragnolini.
Bemerkungen: Glarus ohne Blumer, Zimmermann (beide Armeedienst), S. Lutz, D. Mettler und Mächler (alle verletzt).


Nächstes Spiel

EHC Crocodile Flyers : Glarner EC
So. 18. Oktober, 17.15 Uhr, Güttingersreuti, Weinfelden

GEC lässt erneut Punkte liegen

Für das zweite Saisonspiel reiste der GEC nach Flims. Im idyllischen Bergdorf wollte man sich keine Entspannung gönnen, sondern dem Spitzenteam Flims Punkte abjagen. Den ersten Sieg, so hoffte man, war ein schwieriges, aber machbares Unterfangen.

Von Fabio Lutz

Mit dem Car fuhr man in die Bündner Berge. Man war Topmotiviert ob der Tatsache, wie Profis herumkutschiert zu werden. Ebenfalls mit dabei war unser Lazarett, vertreten durch Daniel Mettler und Pascal Mächler. Die beiden planten einen Badetag im Caumasee, haben aber nicht mit den tiefen Bündner Temperaturen gerechnet und liessen es dann bleiben. Es ist zu hoffen, dass wenigstens die Höhenluft zur Beschleunigung ihres Genesungsprozesses beitragen wird. Zu seinem 3. Liga-Debüt kam Sasha Wirth. Der ehemalige Glarner Junior hat sich nun doch noch entschieden, weiter Hockey zu spielen.

Auf der Prau la Selva kam es also zum Duell mit dem EHC Flims. Ab dem ersten Puckeinwurf entwickelte sich ein attraktives Spiel. Den ersten Hochkaräter auf dem Stock hatte Tim Büttiker. Er scheiterte aber am Flimser Schlussmann und seinem nicht ganz präzisen Abschluss. Bereits nach wenigen Minuten gab es Penalty für die Flimser, welcher aber doch eher kläglich vergeben wurde. Die Hausherren nahmen aber Fahrt auf und konnten sich in der Zone des GEC festsetzen. Ein harmloser Schuss wurde von einem Glarner unglücklich ins eigene Gehäuse gelenkt. Wenig später kassierte der GEC in Unterzahl agierend das 2:0. Wieder wurde dem Spielgerät eine entscheidende Richtungsänderung gegeben. Die Reaktion der Glarner fiel heftig aus. Knapp eine Minute später erwischte Gilles Kessler den gegnerischen Torhüter schelmisch aus spitzem Winkel. In der Folge verpasste man es den Ausgleich zu erzielen. So waren es die Bündner, die ihre Führung ausbauen konnten. Mit einem 3:1-Rückstand trabte man in die Garderobe.

Für das zweite Drittel wechselte Glarus den Torhüter. Alter vor Schönheit war die Devise. An Blöchlinger lag es definitiv nicht. Es brauchte aber einen Ruck im Team. Dieser Ruck kam: Das Eis war noch nicht trocken, da war der Anschlusstreffer Tatsache. Wieder hiess der Torschütze Gilles Kessler. Die Flimser monierten, dass die Scheibe nicht drin war. Den Glarnern wars egal, der Schiri gab den Treffer. Nun rollte eine Strafenflut über unsere Jungs. In einer kurzen Phase bei nummerischer Gleichzahl konnte Joel Anderegg nach Spielhälfte zum 3:3 ausgleichen. Doch die Strafen gegen den GEC rissen nicht ab. Mit drei Leuten auf der Strafbank, brachte man das Fass zum Überlaufen. Kurz vor Ablauf dieser Unterzahl, konnte Flims aus dem Slot die neue Führung bewerkstelligen. Etwas angesäuert fasste man den zweiten Pausentee.

Im Schlussdrittel wollte man unbedingt das Spiel drehen. Chancen waren vorhanden, konnten allerdings nicht genutzt werden. Ab der 50. Minute holte man wieder in Hülle und Fülle Strafen. Kaum war eine abgelaufen, wanderte wieder ein Glarner raus. Teilweise muss man zugutehalten, dass etwas kleinlich gepfiffen wurde. Ändern konnte man es, trotz grosser Kommunikation mit den beiden Unparteiischen, nicht. Etwa fünf Minuten vor Schluss schlugen die Bündner daraus Profit. Der Glarner Schlussmann protestierte vehement, war er doch der Meinung, dass die Scheibe nicht drin gewesen ist (Er ist es auch jetzt noch!). Vielleicht war es ihm auch einfach zu schnell gegangen, ist er doch auch schon fortgeschritteneren Alters. War das die Entscheidung? Nicht ganz: 20 Sekunden später tankte sich Michael Mettler sensationell durch und bediente Remo Largo. Doch man bremste sich selbst aus: Strafen wegen zu vielen Spielern und Reklamierens besiegelten die zweite knappe Niederlage im zweiten Spiel. Am Ende zeigte die Tafel 5:4 für das Heimteam. Der Frust war am Ende gross. Das Spiel muss man schnell abhaken und nach vorne schauen.

Neben den vielen Strafen, welche hie und etwas kleinlich gepfiffen wurden, konnte man vor allem Top-Chancen nicht verwerten. Man fühlte sich ob der einseitigen Strafenauslegung benachteiligt. Die Fehler sollte man aber besser bei sich selbst suchen. Doppeltorschütze Kessler sah dies ähnlich. «Wir haben nicht 60 Minuten unser Spiel durchgezogen. Die vielen Strafen haben uns das Genick gebrochen.» Fürs nächste Spiel sei es für den jungen Uznacher wichtig dies zu ändern. «Wir müssen uns noch an das neue System des Coachs gewöhnen. Gegen Herisau hoffen wir auf viele Zuschauer und wollen Punkte einfahren. Dafür dürfen wir aber nicht so viele Strafen nehmen.» Am kommenden Samstag findet das erste richtige Heimspiel in der GLKB-Arena statt. Das Eis ist aufbereitet und alles brennt auf Eishockey im Glarnerland. Wir freuen uns auf euren Support. Bitte beachtet das COVID-19-Schutzkonzept.


EHC Flims : GEC 5:4 (3:1, 1:2, 1:1)
Prau la Selva, Flims – 35 Zuschauer. – SR Kostelac, Lechelt.
Tore: 9. Käppeli 1:0. 14. Adank (Kessler, Marugg; Ausschluss J. Luchsinger) 2:0. 16. Kessler (Hensler) 2:1. 16. Adank (Kessler) 3:1. 22. Kessler (Kubli) 3:2. 32. Jo. Anderegg 3:3. 35. Adank (Kessler; Ausschluss Müller) 4:3. 57. Janki (Ausschüsse Kubli; Käppeli) 5:3. 58. Largo (M. Mettler) 5:4.
Strafen: Glarus 14×2 Minuten, EHC Flims 4×2 Minuten.
Glarus: Blöchlinger, Lutz (ab 20.); Ciprian, Küttel; M. Mettler, Schönfelder; Müller, Wirth; Büttiker, Je. Anderegg; Largo, Jo. Anderegg; Kessler, N. Luchsinger, Kubli, J. Luchsinger; Hensler, Moreno.
Bemerkungen: Glarus ohne Blumer, Zimmermann (beide Armeedienst), S. Lutz, Ragnolini, D. Mettler und Mächler (alle verletzt).


Nächstes Spiel
Glarner EC : SC Herisau
Sa. 10. Oktober, 19.45 Uhr, GLKB-Arena

Knappe Niederlage zum Saisonstart

Am vergangenen Samstag startete der GEC in die neue Saison. Zu Beginn duellierte man sich mit den Crocodile Flyers aus Weinfelden. Mit drei Punkten als Ziel, trat man zum Kräftemessen an.

Von Fabio Lutz

Das Feuer loderte beim GEC. Man brannte förmlich auf die neue Saison. Zudem konnte man doch tatsächlich mit einem Heimspiel starten (Der Chronist merkt an, dass er das in elf Saisons noch nicht erlebt hat oder sich zumindest nicht mehr daran erinnern kann). Doch die Technik in der heimischen GLKB-Arena schlug dem Team um Neo-Trainer Adriano Pennaforte ein Schnippchen: Aufgrund eines technischen Defekts musste man ins Exil nachWetzikon weichen. Neu in beim Glarner EC begrüssen darf man Michael Mettler, den Bruder von Emotionsbombe Daniel Mettler sowie Rückkehrer Pascal Kubli, welcher in der Vergangenheit zwischen Glarus und Rapperswil pendelte. Dank den Jungspunden Tim Büttiker, Jan Luchsinger, Gilles Kessler, Luca Ragnolini (war verletzt), und Sasha Wirth (hat noch Trainingsrückstand), welche nun fix im Kader des Fanionteams fungieren, erfuhr das Team eine starke Verjüngungskur. Mit Nic Luchsinger, Nils Wieser und Mirco Zweifel verstärkten noch drei Junioren die Mannschaft bei Ihrer Saisonpremiere.

Das Spiel begann intensiv. Beide Mannschaften machten Tempo und es waren die Krokodil-Flieger (Google-Translate und Deepl lieferten leider keine angemessene Übersetzung; vielleicht gibt es die auch nicht) aus dem Thurgau, welche zu Beginn mehr offensive Power hatten. Der GEC stemmte sich dagegen, worauf sich ein ausgeglichenes Spiel entwickelte. In der 15. Minute trugen unsere «Männer» einen blitzsauberen Konter vor: Bullygewinn in der eigenen Zone, Pass auf Jeret Anderegg, welcher den Turbo zündete und eiskalt zur Führung abschloss. So einfach kann Hockey sein. Dieser Treffer beflügelte und man versuchte nachzulegen. Bei diesem Vorhaben scheiterte Pascal Kubli nur denkbar knapp an der Torumrandung. Die Gäste hatten Ihrerseits zahlreiche gute Möglichkeiten, blieben aber vorerst nicht erfolgreich. Knapp 40 Sekunden vor der ersten Pause ermöglichte eine Unkonzentriertheit den Ausgleich der Gäste. Bei Joel Küttel sass der Frust darüber so tief, dass er gleich danach für fast ein Drittel in der Kühlbox Platz nehmen durfte. Über soziale Medien war zu erfahren, dass es da tatsächlich kühl war und Küttel sich eine Wolldecke organisieren liess.

Trotz eines guten Drittels war man gegen Ende zu passiv. Dies brachte auch der Coach in der Garderobe zum Ausdruck. Man wollte also mehr Druck auf den Gegner ausüben und das Spiel diktieren. Dies gelang in den ersten Minuten des Mitteldrittels. Allerdings baute manwieder gegen Ende merklich ab. Man kam nicht aus der eigenen Zone, liess dem starken Gegner viel Raum und wurde umgehend bestraft. Knapp 60 Sekunden vor der zweiten Sirene landete ein abgelenkter Schuss im Glarner Gehäuse. Neben dem Rückstand musste man auch noch den verletzungsbedingten Ausfall von Daniel Mettler verkraften. Gute Besserung an dieser Stelle in die March.

Für den Schlussdurchgang war alles offen. Es war Kampf, aber auch die notwendige Geduld gefragt. Die Mannen aus dem «Zigerschlitz» bäumten sich gegen den Rückstand. In der 50 Minute bekam der bereits erwähnte Michael Mettler viel Platz und zimmerte das Spielgerät ins Gästetor. Für die letzten zehn Minuten war Spannung vorprogrammiert. Es entwickelte sich ein Schlagabtausch, wo beide Teams einige Hochkaräter ausliessen. Die Torhüter erwischten beide einen guten Tag und hielten ihre Mannschaften im Spiel. Der Lucky Punch landeten leider die Corodile Flyers: Nach einem Fehler der Glarner gelang ihnen 90 Sekunden vor Schluss die Entscheidung. Der GEC konnte nicht mehr reagieren und verliert den Saisonauftakt äusserst unglücklich mit 2:3.

Auffallend war, dass die jeweiligen Gegentore immer in den Schlussmomenten der jeweiligen Drittel fielen. Ob dies mit mangelnder Kondition oder mit abnehmender Konzentration zu begründen ist, überlässt der Chronist den Spezialisten. Trotz Niederlage war es eine ansehnliche Partie. Mit etwas mehr Wettkampfglück wären drei Punkte möglich gewesen. Positiv zu erwähnen gilt die Arbeit in Unterzahl, wo man sehr abgeklärt und souverän agierte. «Elend viel falsch gemacht haben wir nicht. Wir können auf dieser Leistung aufbauen, die Scheibe mehr laufen lassen und 60 Minuten unsere Taktik durchziehen» resümierte der Sturmtank Remo Largo und blickt optimistisch auf die kommenden Aufgaben. Der Modellathlet aus Schwanden fügte noch an: «Es geht vorwärts. Wir spielen anders als letzte Saison. Wenn wir die kleinen Fehler abstellen und die Pace halten, können wir solche Spiele gewinnen.» Für ihn und seine Kameraden geht es am kommenden Samstag in die Bündner Berge nach Flims. Für alle Zuschauer: Bei Wetterglück ist Flims ein unheimlich schöner Tagesausflug – bei schlechtem Wetter freuen wir uns dennoch über eure Unterstützung. 😉


GEC : EHC Crocodile Flyers 2:3 (1:1, 0:1, 1:1)
Kunsteisbahn Wetzikon, Wetzikon – 35 Zuschauer. – SR Tschenett, Meyer.
Tore: 15. Je. Anderegg (D. Mettler) 1:0. 19. Kappenthuler (Schmid) 1:1. 39. Seiler (P. Rutishauser, S. Rutishauser) 1:2. 50. M. Mettler (Schönfelder; Ausschluss Zieger) 2:2. 59. P. Rutishauser 2:3.
Strafen: Glarus 8×2 Minuten + 10 Minuten (Küttel), EHC Crocodile Flyers 7×2 Minuten + 10 Minuten (Wipf).
Glarus: Lutz, Blöchlinger; Ciprian, Küttel; M. Mettler, Schönfelder; Müller, Wieser; Zweifel, D. Mettler; Büttiker, Je. Anderegg; Largo, Jo. Anderegg; Kessler, N. Luchsinger, Kubli, J. Luchsinger.
Bemerkungen: Glarus ohne Blumer, Zimmermann (beide Armeedienst), Moreno, Hensler, Wirth (alle abwesend), S. Lutz, Ragnolini und Mächler (alle verletzt).


Nächstes Spiel 3. Liga

EHC Flims : Glarner EC
Sa. 3. Oktober,
Sportzentrum Prau la Selva, Flims

Von den U9 bis zu den Senioren erfolgreiche Trainingslager absolviert

An den Wochenenden vom 28.–30. August sowie vom 11.–13. September absolvierten alle Stufen des Glarner EC ihre Trainingscamps im Sportzentrum Widnau.

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Auf dem Programm standen zahlreiche Eiseinheiten, Trockentrainings und Theorielektionen. Insgesamt absolvierten 140 Spieler die Trainings, welche durch 17 Trainer geplant und durchgeführt wurden. Die Trainingslager sind ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitungsphase. Nebst Technik-, Taktik- und Konditionstraining sind auch Teambildung, Kameradschaft und natürlich Spass wichtige Elemente.

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Die Nachwuchs- wie auch die Aktivteams zeigten eine hohe Leistungsbereitschaft und konnten sich optimal auf die in rund zwei Wochen beginnende Meisterschaft vorbereiten.

Adriano Pennaforte neuer Trainer der 1. Mannschaft

Der Vorstand freut sich mitteilen zu können, dass mit Adriano Pennaforte ein neuer Trainer für die 1. Mannschaft verpflichtet werden konnten! Adriano hat seine Wurzeln beim Glarner EC. In seiner Spielerlaufbahn durchlief er die Nachwuchsorganisationen der SCRJ Lakers und des HC Lugano in den jeweils höchsten Leistungsklassen. Als aktiver Spieler war er in verschiedenen Clubs der NLB und der 1. Liga sowie II-Divisioona in Finnland engagiert.

Als Trainer konnte Adriano während zwei Saisons in Finnland als Assistenztrainer auf höchster Nachwuchsstufe erste Erfahrungen sammeln. Nun kehrt er an seine erste Hockeystation zurück und ist motiviert die 1. Mannschaft weiterzuentwickeln und gemeinsam mit ihr hohe Ziele anzuvisieren.

Im Namen des Vorstands begrüssen wir Adriano herzlich beim Glarner EC, freuen uns auf die Zusammenarbeit und wünschen ihm und unserem Fanionteam viel Erfolg!

«Wir haben nicht in die Abstiegsrunde gehört»

Vor etwas mehr als zwei Wochen beendete der GEC seine Saison mit dem Ligaerhalt. Mit grossen Ambitionen gestartet, entwickelte sich die Spielzeit zu einem Spiessrutenlauf der unangenehmsten Art. Niederlagen und Verletzungen bestimmten die Art des Abschneidens. Erst gegen Ende dieser zähen Prüfung konnten die Glarner ihre Klasse zeigen und überzeugten in mehreren Spielen hintereinander. Da man die Klasse halten konnte, startet man auch nächste Saison in der 3. Liga. Nicht mehr dabei sein wird Trainer Patrick Faoro, welcher mit seiner leidenschaftlichen Art diesen Verein geprägt hat wie kein zweiter. Sagenhafte zwanzig Jahre lang stand die Trainerikone auf verschiedenen Stufen an der Bande des Glarner EC. Es ist höchste Zeit, dem «Arno del Curto des Zigerschlitzes» auf den Zahn zu fühlen.

Von Fabio Lutz

Am 29. Februar 2020, ca um 22.20 hornte vorerst zum letzten Mal die Sirene mit dir als Trainer an der Bande. Welche Gefühle durchzogen dich in diesem Moment?
Es war grundsätzlich ein schönes Gefühl. Ich fühlte mich erleichtert. Erleichtert für mich und die Jungs. Wir haben nicht in die Abstiegsrunde gehört.

Weshalb konnte es den aus deiner Sicht soweit kommen?
Das ist schwierig zu sagen. Es hatte verschiedene Gründe. Wir konnten viele Male nicht komplett trainieren und auch an den Spielen fehlten oft wichtige Spieler. Dies war zum einen vielen Verletzungen geschuldet, aber auch der Prioritätensetzung der Jungs. Auf jeden Fall war es unter diesem Umstand schwierig, ein gewisses Niveau zu erreichen. Als wir dann einige Male unglücklich hintereinander verloren, gerieten wir in einen Negativstrudel.

Das waren nun die Negativpunkte, was war für dich positiv?
Hier möchte ich das Team und der Zusammenhalt der Jungs dick unterstreichen. Das waren auch die Hauptgründe, weshalb wir jetzt da stehen wo wir sind. Es hat jeder bis zum Schluss daran geglaubt, dass wir die Liga halten können und so waren wir in der Lage unser Potenzial gegen Ende der Saison abzurufen. Ebenfalls war es ein richtiger und wichtiger Schritt, Junioren einzubauen. Sie bringen Drive und eine unbekümmerte Art aufs Eis. Das fördert den Konkurrenzkampf. Als wir beispielsweise in Biasca die Cuppartie spielten, hatten alle sechs eingesetzten Junioren massgeblichen Anteil an unserem Weiterkommen.

Du warst genau 20 Jahre lang Trainer beim Glarner EC. Wenn du auf diese unglaublich lange Zeit zurückschaust, was nimmst du da Besonderes mit?
(Schmunzelt) Hoppla, das ist natürlich sehr viel. Bleiben werden die vielen Bekannt- und Freundschaften mit Spielern, Eltern und Fans. Ich wage zu behaupten, dass wir über all die Jahre wie eine grosse Familie zusammengewachsen sind. So hatte ich bei meinen Anfängen auf Stufe Piccolo bis zu den Novizen immer mit den gleichen Spielern gearbeitet, welche zum Schluss sogar noch in der 1. Mannschaft unter mir aufliefen. Das hat mir grosse Freude bereitet. Ein weiteres Highlight war die Überdachung des Eisfeldes, wo ich drei Jahre mitgearbeitet habe. Diese Überdachung hat dem GEC einen enormen Schub verliehen. Speziell diese Saison möchte ich das Cup-Spiel gegen den EHC Wetzikon aus der 1. Liga erwähnen. Es war für meine Spieler und auch für mich eine sehr spezielle Affiche, auch wenn wir schlussendlich chancenlos waren. Mir kommen spontan noch viele weitere Sachen in denn Sinn, würde aber hier wohl den Rahmen sprengen.

Erzähl mir und den Lesern doch eine lustige Anekdote…
Auch hier könnte man ausschweifend erzählen. (Lacht laut) Da fallen mir Begebenheiten aus Trainingslagern, von Turnieren oder Abschlussweekends ein. Diese möchte ich nicht hier preisgeben. Aber ich war ja bekannt für meine Sprüche in der Garderobe oder das ich des Öfteren zwei oder gar drei Mal den gleichen Namen in meiner Aufstellung aufzählte. Ich denke die lustige Anekdote bin bei dieser Frage ich selbst.

Du wirst deine Taktiktafel bis auf weiteres in die Ecke stellen und nicht mehr als Trainer tätig sein. Wie stellt man sich Patrick Faoro ohne Hockey vor?
Halt, halt, halt. Ich werde nur nicht mehr als Trainer amten. Als Feldspieler werde ich weiterhin bei den Senioren und ab und zu bei einer Plauschmannschaft auflaufen. Sonst werde ich im kommenden Sommer vermehrt Tennis spielen, jassen und Zeit mit meiner Freundin verbringen. Ich denke es wird mir bestimmt nicht langweilig. Und falls doch, kann ich immer noch die Spiele meiner ehemaligen Jungs schauen gehen.

Patrick, vielen Dank für dieses interessante Interview und deine Arbeit rund und im Verein des GEC.
Ich danke ebenfalls!

Mit Abschluss-Gala zum Ligaerhalt

Am vergangenen Samstag empfing der GEC den Küssnachter SC zum alles entscheidenden Spiel auf heimischen Eis. Die Glarner hatten eine komfortable Ausgangslage und es musste doch einiges schief gehen, um den Ligaerhalt noch zu vergeigen. Dennoch nahm man dieses Spiel sehr ernst und wollte die Saison unbedingt mit einem Sieg abschliessen. Da aufgrund des Corona-Virus einige Veranstaltungen in der näheren Umgebung abgesagt wurden, hoffte man auf zahlreiche Unterstützung von den Rängen.

Von Fabio Lutz

Und tatsächlich: Die GLKB-Arena war sehr gut gefüllt und bereit für den Showdown. Mit 16 Feldspielern stieg man also in dieses letzte Spiel der Saison. Der GEC machte schnell klar, wer der Herr im Haus war und trat ordentlich aufs Gaspedal. Man schnürte die Innerschweizer sogleich ein und hatte ausgezeichnete Möglichkeiten auf ein frühes Führungstor. Dieses kam allerdings auf der anderen Seite. In der 6. Spielminute jubelten die Gäste und stellten damit den Spielverlauf auf den Kopf. Doch der GEC antwortete postwendend und glich durch Philipp Hensler nur eine Zeigerumdrehung später aus. Wiederum nur wenige Momente später brachte Remo Largo den GEC in Front und sorgte für eine Führung zur ersten Pause. Die Glarner waren zwar klar taktangebend, und liessen defensiv wenig zu. Doch wenn die Gäste Chancen kreierten, wurde es immer brandgefährlich.

Im zweiten Durchgang setzten die Hausherren ihr druckvolles Spiel fort. Alle drei Linien waren klar überlegen und schnürten den KSC regelrecht ein. Jeret Anderegg mit einem lupenreinen Hattrick und Daniel Mettler bauten in diesem Drittel die Führung auf 6:1 aus. Die Messe war gelesen, der Mist geführt oder ganz einfach «Der Match entschieden».

Im dritten Drittel folgte also noch die Kür, welche dann doch etwas holpriger wurde. Zu Beginn des letzten Spielabschnitts der Saison hatte man aber noch nicht genug. Insbesondere einer lief heiss: Captain und Tormaschine Jeret Anderegg. Mit seinen Toren vier und fünf baute er den Vorsprung der unsrigen weiter aus. Den Schlusspunkt auf den Torreigen setzte «Oldie» Michael Freuler mit dem neunten Treffer ins Küssnachter Gehäuse. Da die Gäste zwischendurch noch zweimal skoren konnten, lautete das klare Schlussverdikt 9:3 für den GEC, welcher somit in der 3. Liga bleibt.

«Wir wussten, dass wir nicht in die Abstiegsrunde gehören und konnten unser Potenzial in diesen beiden Spielen ausschöpfen», so GEC-Captain Jeret Anderegg.
«Wir wussten, dass wir nicht in die Abstiegsrunde gehören und konnten unser Potenzial in diesen beiden Spielen ausschöpfen», so GEC-Captain Jeret Anderegg.

Die Erleichterung und die Freude war nach der Schlusssirene gross. Nach einer zähen Saison, welche den Glarner EC klar unter wert die Abstiegsrunde beschert hatte, konnte dank zwei klaren Erfolgen doch einigermassen versöhnlich gestaltet werden. Auch Matchwinner Jeret Anderegg war nach Spielende sichtlich erleichtert: «Ich bin sehr froh, dass wir es gepackt haben. Wir wussten, dass wir nicht in die Abstiegsrunde gehören und konnten unser Potenzial in diesen beiden Spielen ausschöpfen. Das konnten wir aber nur, weil sich noch einmal alle zusammengerauft und gegen den Abstieg gekämpft haben.» Erstaunt zeigte er sich ob der klaren Resultate. «Das wir zweimal so deutlich gewinnen hätte ich nicht gedacht. Die Gegner waren auch nicht schlecht. Ich glaube es ist mehr auf unsere eigene Leistung zurück zu führen.» Auf die Frage, was er zu seinen sagenhaften 12 Punkten in zwei Spielen meint, erwidert der Leitwolf: «Es war schon eine persönliche Genugtuung und eine Erleichterung, dass Sie in dieser entscheidenden Phase rein gegangen sind. Es hätten heute aber auch andere Teamkameraden die Tore machen können. Was zählt ist der Sieg.»

Nach vielen Tiefschlägen für die Glarner Equipe ist die Saison nun zu Ende. Trotz des geschafften Ligaerhalt schaut man mit einem weinenden Auge zurück. Nach der Partie wurden verdienstvolle Teamstützen verabschiedet, welche diese Mannschaft und auch den Verein geprägt haben. Mit «Bandenhobel» Dominik Hauser (nach 20 Aktivjahren), «Oldie» Michael Freuler (nach 21 Aktivjahren) und Coach Patrick Faoro (vermutlich noch länger; Auf Wikipedia gibt es leider keinen Eintrag) treten drei Vereinsikonen ab. Die Mannschaft und die ganze GEC-Familie dankt ihnen für die Verdienste und Leistungen während dieser langen Zeit. Wir freuen uns, die drei immer wieder neben dem heimischen Gletscher in der GLKB-Arena dabei haben zu können.


Glarner EC : Küssnachter SC 9:3 (2:1, 4:0, 3:2)
GLKB-Arena, Glarus – 189 Zuschauer. – SR Leitold, Hagen.
Tore: 6. Lüthold (Hodel) 0:1. 7. Hensler (Küttel, Ciprian; Ausschluss: Wolf) 1:1. 8. Largo (Je. Anderegg) 2:1. 22. Je. Anderegg (Largo, Mettler) 3:1. 28. Je. Anderegg (Largo, Freuler; Ausschluss: D. Müller; Ritzmann) 4:1. 38. Je. Anderegg (S. Lutz, D. Müller) 5:1. 39. Mettler (Freuler) 6:1. 41. Je Anderegg (Ciprian) 7:1. 47. Lüthold (Hodel) 7:2. 48. Je Anderegg (Küttel, Freuler) 8:2. 50. Freuler (Je. Anderegg, Largo; Ausschluss: Zbinden) 9:2. 52. Hodel (Baggenstos) 9:3.
Strafen: Glarus 7×2 Minuten, Küssnachter SC 5×2 Minuten.
Glarus: Lutz Fabio, Blöchlinger; Müller Dominique, Ciprian, Müller Nino; Mettler, Freuler; Largo, Hauser; Noser, Hensler; Luchsinger Jan, Luchsinger Nic; Lutz Simon, Je. Anderegg; Küttel, Büttiker, Zimmermann.
Bemerkungen: Glarus ohne Marco Zehnder, Peter Bruhin, Roberto Mettler, Pascal Mächler, Moreno und Joel Anderegg (alle abwesend).

GEC macht wichtigen Schritt zum Ligaerhalt

Am vergangenen Samstag war es soweit: Das erste von zwei Abstiegsspielen stand auf dem Programm. Ein Zusatzprogramm, welches man sich definitiv nicht gewünscht hat. Man gastierte in Frauenfeld, einem Gegner, welchen man aus der Liga kannte.

Von Fabio Lutz

Die erste wenig erfreuliche Überraschung folgte sogleich bei der Ankunft. Das Spiel fand auf dem Aussenfeld statt. Zu viel für einige zart besaitete GEC-Akteure. Es wurde gemurrt, gehadert und geflucht. Der Trainer stellte aber sogleich klar, dass dies nun ein Charaktertest in diesem ungemein wichtigen Spiel ist und vor allem, dass der Gegner mit den gleichen Bedingungen auskommen muss. Es kehrte schnell die notwendige Ruhe ein und man konzentrierte sich völlig auf die kommenden 60 Minuten.

Das Spiel war zwar ansehnlich, aber der nur in eine Richtung stark blasende Föhn erschwerte das sonst schon eher mühsame Backchecking zusätzlich. Einfacher ging es da in Richtung Frauenfelder Tor, weshalb man Gefallen an der gegnerischen Zone fand. Mit Rückenwind erarbeitete man sich die besseren Chancen. Leider konnte man diese nicht erfolgreich gestalten und so stand es nach den ersten zwanzig Minuten 0:0.

Im zweiten Drittel war es nun also umgekehrt: Das Backchecking war einfacher, dafür hatte man im Angriff mächtig Gegenwind. Der wiederum hinderte unsere Hockeyaner allerdings nicht daran sich ein klares Chancenplus zu erarbeiten. Allerdings scheiterte man immer wieder am gegnerischen Torhüter, irgendwelchen Frauenfelder Beinen oder an zu wenig präzisen Abschlüssen. Besser machten es da die Hausherren des EHC Frauenfeld. Bei einem Entlastungsangriff stand man zu weit weg vom Gegenspieler, welcher satt in die hohe Ecke abschloss. Man war nachfolgend etwas von der Rolle, liess dem Gegner viel Raum und war immer einen Schritt zu spät. Das Tabellenschlusslicht unserer Ligagruppe doppelte kurz nach Spielhälfte nach. Dies hatte man sich auf Seiten der Glarner definitiv anders vorgestellt. Man drückte nun wieder aufs Gaspedal und kam nach etlichen verpatzten Grosschance eher glücklich, aber nicht unverdient, zum Anschlusstreffer. Daniel Moreno düpierte den Ostschweizer Schlussmann via gegnerischen Verteidiger von hinter der Grundlinie. Dies rüttelte so richtig wach und Jungspund Gilles Kessler vollstreckte eine 3-fach-Chance gut 30 Sekunden vor Drittelsende zum vielumjubelten Ausgleich.

In der Garderobe machte Trainer Patrick Faoro seinen Männern (und Buben) noch einmal Mut und spornte Sie zum Sieg an (Man munkelt, dass die eher eigentümlichen Motivationskünste des Ersatzgoalies ebenso zu den Geschehnissen in den kommenden letzten 20 Minuten beigetragen haben). Egal wer was gesagt hat, es nützte: Im letzten Drittel spielte nur noch der Glarner EC. Angriff für Angriff rollte auf das Tor der EHC Frauenfeld. Daniel Moreno und Jeret Anderegg sorgten für einen Zwei-Tore-Vorsprung, ehe die Hausherren wieder herankamen. Wer nun von einer Zitterpartie ausging, täuschte sich enorm. Die Burschen von Trainer Patrick Faoro kannten heute kein Pardon. Angepeitscht von Daniel Mettler, welcher sich von der Bank aus heiser schrie, um seine Mitspieler anzufeuern, skorten noch zwei Mal Jeret Anderegg und Philipp Hensler durchaus sehenswert zum Schlussverdikt von 3:7.

Es war eine überzeugende Vorstellung des GEC. Man hatte mehr vom Spiel, die klar besseren Chancen und siegte auch in dieser Höhe völlig verdient. Zweifach-Torschütze Daniel Moreno war ebenfalls erleichtert. «Die Wetterbedingungen waren sehr speziell. So etwas habe ich in meinen 16 Jahren als Hockeyspieler noch nicht erlebt. Auf eine Seite wurdest du komplett abgebremst. Aber Schlussendlich hatten beide Mannschaften damit zu kämpfen. Gut war dass wir nicht entmutigen liessen und weitergearbeitet haben.» Weiter streicht der redegewandte Exil-Spanier hervor: «Es war eine richtig starke Mannschaftsleistung. Wir waren klar besser und konnten am Schluss auch endlich die Tore machen. Wir haben gegen Wind, Kopf und Frauenfeld gespielt und haben alle Duelle gewonnen. Das müssen wir für kommenden Samstag mitnehmen und Küssnacht unser Spiel aufzwingen. Wenn wir das wiederholen können, könnte der Saisonabschluss doch noch versöhnlich gestaltet werden.»

Wie schon erwähnt, findet am kommenden Samstag in Glarus das letzte Saisonspiel statt. Obwohl die Glarner nun gut dastehen, darf man die Saison noch nicht als beendet anschauen! Auch gegen Küssnacht braucht es noch einmal eine Topleistung der ganzen Mannschaft damit man sich für die Ligazugehörigkeit qualifiziert. Das Team will es sich und dem Publikum noch einmal zeigen, dass man nicht in diese untere Tabellengefilde gehört.


EHC Frauenfeld : GEC 3:7 (0:0, 2:2, 1:5)
Kunsteisbahn Frauenfeld, Frauenfeld – 32 Zuschauer. – SR Staub, Lechelt.
Tore: 26. Krucker 1:0. 32. Krucker (Germann) 2:0. 37. Moreno (Hauser, S. Lutz) 2:1. 40. Kessler (Hensler, Je. Anderegg) 2:2. 45. Moreno (Je. Anderegg) 2:3. 47. Je. Anderegg (Moreno) 2:4. 48. Bolli (Brugger, Frei) 3:4. 50. Je. Anderegg (Largo; Ausschluss: Schär) 3:5. 55. Hensler 3:6. 58. Je. Anderegg 3:7.
Strafen: Glarus 2×2 Minuten, EHC Frauenfeld 2×2 Minuten.
Glarus: Blöchlinger, Lutz Fabio; Müller Dominique, Anderegg Joel; Ciprian, Müller Nino; Freuler, Küttel; Mettler, Anderegg Jeret; Largo, Hauser; Zimmermann, Hensler; Lutz Simon, Kessler, Moreno.
Bemerkungen: Glarus ohne Marco Zehnder, Peter Bruhin, Roberto Mettler, Pascal Mächler, Dominik Noser (alle abwesend).


Nächste Spiele der 1. Mannschaft:

Glarner EC – SC Küssnacht am Rigi
Sa. 29. Februar, 19.45, GLKB Arena

Saison geht für den GEC in die entscheidende Phase

Mit grossen Erwartungen ist der Glarner EC in die vergangene Ligaquali gestiegen. Nach den 18 Spielen der Qualifikation steht man mit mageren 13 Punkten auf dem zweitletzten Platz. Der Rückstand auf den vorzeitig rettenden achten Platz beträgt satte elf Punkte. Dank eines Forfait-Sieges gegen den aktuellen Tabellenletzten Frauenfeld und einen 7:4–Sieg im letzten Spiel gegen Rheintal (Aufgrund Urlaubabwesenheit des Chronisten gab es dazu keinen Bericht), konnte man die Punkteausbeute in den letzten Spielen quasi verdoppeln. Obwohl sich ob der verkorksten Saison etwas Ernüchterung breit gemacht hatte, will man nun frisch befeuert in die Abstiegsrunde starten.

Von Fabio Lutz

Die bevorstehende Abstiegsrunde umfasst eine Dreier-Liga, wobei jeder einmal gegen jeden spielt. Somit muss der GEC noch auswärts gegen Ligakonkurrent Frauenfeld und zuhause gegen Küssnacht am Rigi von der anderen Ligagruppe antreten. Der Letztplatzierte nach dieser Runde steigt ab, die anderen beiden Teams verbleiben in der aktuellen Spielklasse.

Dominik Hauser, seines Zeichens ein alter Hase und Haudegen, blickt optimistisch aber bewusst zurückhaltend auf die bevorstehende Zusatzrunde. „Wir hatten in den vergangenen Wochen sehr gut trainiert. Im letzten Spiel konnten wir zeigen, dass wir mit einer guten Chancenauswertung auch Spiele gewinnen können. Dies müssen wir jetzt mitnehmen für diese sicher nervenaufreibenden Spiele gegen Frauenfeld und Küssnacht.“ Weiter führt er aus, dass nun der Teamspirit entscheidend sei. “Wir dürfen uns nicht zu sehr unter Druck setzen und müssen befreit aufspielen. Wir müssen zusammenstehen und bis zum Umfallen kämpfen. Es sind jetzt andere Attribute gefragt. Wir müssen Backchecken auch wenn die Beine brennen, uns in die Schüsse legen und allgemein dahin gehen wo es uns weh tut.“ Für Hauser ist klar, dass man nur bestehen kann, wenn man diese Spiele nicht auf die leichte Schulter nimmt und möchte als Vorbild voran gehen. Er möchte gute Moral und den Glauben an einen erfolgreichen Saisonabschluss vermitteln. „Wenn wir diese ungemütliche Situation überstehen und diese verpatzte Saison nun doch noch zu einem Happy-End bringen, schweisst das diese Mannschaft noch mehr zusammen.“ Für die Zukunft attestiert Hauser dem GEC eine gute Basis. „Im Nachwuchs wird „saggstarch“ gearbeitet. Hier stehen einige sehr starke Junioren in den Startlöchern, welche uns schon diese Saison viel geholfen haben.“ Auf die Frage, ob er denn über die Saison hinaus dem GEC erhalten bleibt, findet der Urglarner klare Worte. „Ich bin seit 19 Jahren Teil der ersten Mannschaft und seit 28 Jahren im Verein. Nach dieser Saison seid ihr mich los.“ Lachend fügt er an: „Ich persönlich werde mich bei einem „Zwätschgä-Luz“ auf die Tribüne zurückziehen und mitleiden, -fiebern und hoffentlich vermehrt mitfreuen und -feiern.“ Es wäre dem sympathischen Leitwolf zu gönnen, wenn er seine Laufbahn beim GEC versöhnlich beenden darf.

Die Glarner wissen nun, was es geschlagen hat. Am kommenden Sonntag spielt man auswärts in Frauenfeld. Am Samstag darauf in der heimischen GLKB-Arena gegen Küsnacht am Rigi. Die Mannschaft sollte sich die Worte von Dominik Hauser zu Herzen nehmen und mit vollem Engagement und Leidenschaft aber der notwendigen Lockerheit die Spiele in Angriff nehmen. In den kommenden zwei Wochen wird sich entscheiden, ob der GEC nächste Saison drittklassig bleibt oder den schweren Gang des Abstieges antreten muss. Es ist dem Team ein versöhnlicher und somit erfolgreicher Abschluss zu wünschen. Der GEC freut sich über zahlreiche Unterstützung in den beiden Spielen, um sich zusätzlich befeuert der heiklen Situation stellen zu können.


Kommende Spiele Abstiegsrunde

EHC Frauenfeld : Glarner EC
So. 23. Februar, 20.15 Uhr, Kunsteisbahn Frauenfeld

Glarner EC : KSC Küssnacht am Rigi II
Sa. 29. Februar, 19.45 Uhr,  GLKB Arena