Mit einem torreichen Heimsieg im letzten Qualifikationsspiel fixieren die U21-Junioren des Glarner EC den zweiten Tabellenplatz. Während der direkte Rivale patzt, liefern die Glarner eine Offensivshow ab und gehen mit viel Selbstvertrauen in die Spiele um den Regionalmeister.
Frühe Entscheidung im Startdrittel
Bereits mit dem Sieg vor einer Woche gegen Schaffhausen, machten die Glarner die Qualifikation für die Playoffs klar. Wetzikon hätte zwar noch gleiche viele Punkte erreichen können, da aber die Glarner aus den Direktbegegnungen das bessere Torverhältnis hatten, war die Sache bereits vor der letzten Spielrunde klar. Somit wurde das Spiel gegen den EHC Illnau-Effretikon bereits als Vorbereitung für die kommenden anspruchsvollen Partien genutzt. Schon im ersten Drittel legten die Gastgeber den Grundstein für den Erfolg. Mit einem furiosen Offensivstart zogen sie innert weniger Minuten auf 5:0 davon. Das Tempo, die Effizienz im Abschluss und die Präsenz vor dem Tor überforderten die Gäste früh. Zwar gelang Illnau-Effretikon zwischenzeitlich der Anschlusstreffer, doch die Glarner Antwort folgte postwendend.
Kellenberger in Galaform
Überragende Figur auf dem Eis war einmal mehr Moritz Kellenberger. Er erzielte vier Tore und bereitete vier weitere Treffer vor – eine beeindruckende Ausbeute von acht Skorerpunkten. Der junge Stürmer bestätigte damit seine derzeit herausragende Form. Noch am vergangenen Wochenende stand er, wie 7 weitere Spieler der U21, mit der ersten Mannschaft im Einsatz und war massgeblich am Klassenerhalt in der 2. Liga beteiligt. Kellenberger verkörpert sinnbildlich die Entwicklung dieser U21-Equipe: talentiert, hungrig und bereits mit wertvoller Erfahrung im Aktivbereich ausgestattet. Seine Spielintelligenz, Abschlussstärke und Übersicht machten ihn auch gegen Illnau-Effretikon zum kaum zu bremsenden Antreiber.
Doppelbelastung als Reifeprüfung
Bemerkenswert ist, dass zahlreiche Leistungsträger der U21 in dieser Saison regelmässig auch in der ersten Mannschaft eingesetzt wurden. Die Doppelbelastung war enorm – sportlich wie physisch. Neben Kellenberger kamen mit Janis Aschwanden (18 Einsätze in der ersten Mannschaft), Lukas Straub (17), Matteo Magni auf (14), Sven Aschwanden (14), Seya Gattolin (13) und Jabo Schiesser (11) weitere Junioren regelmässig zum Einsatz. Diese Mehrfachbelastung stellte die jungen Spieler vor grosse Herausforderungen. Gleichzeitig beschleunigte sie ihre Entwicklung. Das höhere Tempo, die physische Gangart und die taktischen Anforderungen im Aktivhockey zahlten sich nun aus. Gegen Illnau-Effretikon zeigte sich die Mannschaft abgeklärt, effizient und mental stabil – auch als das Spiel zwischenzeitlich etwas offener wurde. Weiter bemerkenswert ist, dass aktuell 6 Stammspieler der U21 verletzungsbedingt oder durch den Militärdienst nicht zur Verfügung stehen. Aber auch diese Lücke konnte mit vier Spielern aus der U18 resp. U16 problemlos geschlossen werden.
Blick nach vorn: Playoffs
Mit dem zweiten Tabellenrang sichern sich die Glarner definitiv die Teilnahme an der Qualimasterround. Dort spielen die besten zwei Teams der Gruppe 1 und 2 jeweils ein Spiel gegeneinander. Der Sieger dieser Runde ist U21-A Regionalmeister Ostschweiz und spielt anschliessend gegen die Sieger der Zentral- und Westschweiz. Gegner werden der EHC Chur, EHC Dübendorf und entweder der HC Prättigau-Herrschaft oder der EHC Uzwil sein. Die Qualifikation hat gezeigt: Dieses Team verfügt über Qualität, Tiefe im Kader und Führungsspieler mit bereits bemerkenswerter Erfahrung. Wenn es gelingt, die offensive Effizienz mit defensiver Stabilität zu kombinieren, ist in den kommenden Wochen vieles möglich. Der spektakuläre 11:7-Erfolg zum Abschluss war mehr als nur ein torreiches Spiel – er war ein Statement. Die U21 des Glarner EC ist bereit für den nächsten Schritt.
Marco Zehnder