gec-herisau-2020

1. Mannschaft am Tiefpunkt angelangt

Von Fabio Lutz

Am liebsten hätte der Chronist «Copy-Paste» gemacht, und den letztwöchigen Bericht noch einmal 1:1 veröffentlichen lassen. Zu sehr ähnelte das Spiel vom vergangenen Sonntag in Herisau der Klatsche in Uzwil vor Wochenfrist. Doch er wird sich versuchen, die letzten 60 gespielten Minuten Revue passieren zu lassen.
Wie schon eingangs erwähnt gastierte unser Fanionteam im Appenzell beim SC Herisau. Im Hinspiel musste man sich nach Penaltyschiessen geschlagen geben. Arg dezimiert mit nur 13 Feldspielern (davon drei Junioren) trat man den Ostschweizern entgegen. Immerhin konnte man wieder auf Captain Jeret Anderegg zählen, der die letzten Wochen am WEF im Rahmen eines WK’s für Recht und Ordnung gesorgt hatte.

Der SC Herisau kam dem Glarner EC wohlwollend entgegen und schrieb nur zehn Feldspieler aufs Matchblatt. Da aber elf Spieler am Spielbetrieb teilnahmen (und die Unparteiischen gut Kopfrechnen konnten) wurde der nicht aufgeführte Spieler kurz nach Puckeinwurf wieder in die Katakomben geschickt. Ein weiterer Appenzeller folgte seinem Kamerad aufgrund einer unkorrekten Ausrüstung und so durfte man sich gegen neun (!) Gegner versuchen. Die Glarner erarbeiteten sich auch zahlreiche gute Torchancen, vergassen aber vor lauter offensivem Elan die Defensive. Nach elf Minuten gingen die Hausherren daher in Führung. Captain Jeret Anderegg düpierte aber wenige Sekunden später den gegnerischen Schlussmann und glich postwendend aus. Irgendwie war die eigene Zone allerdings zu löchrig und man geriet nach vierzehn gespielten Minuten abermals ins Hintertreffen. Doch auch nun war man imstande auszugleichen: Zuständig war «Oldtimer» Dominik Hauser mit einem Abstauber. Mit 2:2 endete dieses erste Drittel.

Man hatte nach den ersten zwanzig Minuten das Gefühl, dass man diese drei Punkte in den Zigerschlitz mitnehmen musste. Trainer Patrick Faoro war dennoch ausser sich und forderte von seinen Männern mehr Einsatz und Willen. Zu Beginn des Mitteldrittels ging dies gründlich in die Hosen. Nach nur 27 Sekunden zappelte das kleine schwarze Spielgerät erneut im Kasten der Glarner. In der Folge klappte nicht viel. Ein Powerplay kurz vor Spielmitte sollte dies ändern. Doch es wurde zum Albtraum: nach mehreren verpatzten Grosschancen konnten die Appenzeller befreien und trafen mit einem fiesen Schuss über das ganze Eisfeld. Der Schock war den Gästen ins Gesicht gemeisselt. Man konnte in diesem Drittel nicht mehr reagieren und schritt mit einem Zweitore-Rückstand in die Garderobe.

Das letzte Drittel ist schnell erzählt. Glarus machte das Spiel, Herisau konterte und konnte in den Schlussminuten den fünften und sechsten Treffer bejubeln. Dem GEC blieben weitere Treffer vergönnt und musste einmal mehr deutlich geschlagen die Heimreise antreten.

Langsam muss man aufwachen, und zwar auf allen Ebenen. Zurzeit versagt man auf allen Positionen und dies Spiel für Spiel. Man kann nicht alles auf mangelndem Wettkampfglück festschreiben. Es bleiben nun noch zwei Spiele, um für die Abstiegsrunde in Form zu kommen. Tritt man so auf wie zuletzt, lässt sich nichts Gutes erahnen. Am kommenden Sonntag findet das letzte Heimspiel der Qualifikation in der heimischen GLKB-Arena statt. Mit einem zahlreichen Publikum im Rücken möchten man da die rote Laterne abgeben. An diesem Tag findet ebenfalls der Glärnisch-Cup statt, weshalb sich ein Besuch sicherlich lohnt.


SC Herisau : GEC 6:2 (2:2, 2:0, 2:0)
Sportzentrum Herisau, Herisau – 23 Zuschauer. – SR Haider, Lechelt.
Tore: 11. Popp (Dörig) 1:0. 12. Je. Anderegg 1:1. 14. Dörig (Diener, Hauser) 2:1. 19. Hauser (N. Müller, Moreno) 2:2. 21. Hohl (Rogenmoser, Nikolaidis) 3:2. 30. Hohl 4:2. 59. Hohl (Rogenmoser, Fisch; Ausschluss: Freuler) 5:2. 60. Rogenmoser (Fisch, Hohl) 6:2.
Strafen: Glarus 4×2 Minuten + 10 (Freuler), SC Herisau 2×2 Minuten + 10 Minuten.
Glarus: Blöchlinger, Lutz Fabio; Müller Dominique, Anderegg Joel; Ciprian, Müller Nino; Freuler, Landolt; Largo, Hauser; Noser, Kessler; Lutz Simon, Anderegg Jeret, Moreno.
Bemerkungen: Glarus ohne Peter Bruhin, Phillip Hensler (beide verletzt), Marco Zehnder, Daniel Mettler, Roberto Mettler, Joel Küttel, Pascal Mächler, Zimmermann (alle abwesend).


Nächste Spiele 1. Mannschaft
Glarner EC – EHC Frauenfeld
So 2. Februar, 19.45,  GLKB Arena